Rico Schulz: Mensch, Vater, selbstständig… mit Höhen und Tiefen, gern hinterfragend, sowie Sinn für Humor, Einfachheit und Natürlichkeit.
Über mich
Meine Top 5 Werte als Coach:
2. Vertrauen
3. Anerkennung
4. Lebendigkeit
5. VerantwortungsBewußtsein
- Berufserfahrung seit 25 Jahren
- Coaching Fortbildung bei Markus Theilacker 2021
- Kooperationen im betrieblichen Gesundheitsmanagement
- Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya und Zulassung für
krankenkassenunterstützte Präventionskurse 2017 - Ausbildung zum ILP® Business Coach 2016
- Mitglied im ILPV, dem internationalen Fachverband der ILP Praktizierenden seit Oktober 2010
- Ausbildung zum ILP® Coach (Integrierte Lösungsorientierte Psychologie) 2010
- Eröffnung meiner Coaching Praxis in der Winsstr.60, 10405 Berlin Januar 2010
- Ausbau der Yogapraxis während weiterer Indienreisen bei Lehrern verschiedener Traditionen
- Ausbildung zum Meditationsleiter 2005
- Eröffnung der Yogaschule Yoga W60 in Berlin Prenzlauer Berg Januar 2003
- Ausbildung zum Stressbewältigungstrainer (MSP-Trainer 2000®) 2001
- Yogalehrerausbildung nach Sivananda 2000
- erste Yogaerfahrungen auf einer Indienreise Dezember 1997
Schlaflos in Hamburg
Ein Coach in Berlin behauptet, er könne das Ein- und Durchschlafen beibringen. Unsere Autorin Sophie Lübbert hat es ausprobiert. Ich kann nicht einschlafen. Ich weiß nicht, warum, aber es klappt nicht. Wenn ich abends ins Bett gehe, liege ich in der Regel stundenlang wach. Seit Monaten geht das so. In meiner Verzweiflung setze ich mich irgendwann nachts an den Laptop und recherchiere im Internet. Bald lande ich auf einer Seite, die passend scheint. „Schlafen Sie gut ein?“ steht dort. Nein. „Schlafen Sie gut durch?“ Nein. Der nächste Satz auf der Seite: „Wenn Sie eine der Fragen mit NEIN beantwortet haben, helfe ich Ihnen“
Ich lese weiter: Die Website gehört Rico Schulz, er ist Schlaf-Coach und beschäftigt sich mit Menschen wie mir, den Schlaflosen. Begeistert verfasse ich eine E-Mail: „Ich kann nicht einschlafen, kann nicht durchschlafen, kann generell nicht schlafen“, schreibe ich und bin fast ein wenig stolz darauf, wie wenig beeindruckt wir schon hin“ – und gibt mir dann einen Termin ein paar Tage später. Ich mache mich also auf den Weg zu ihm nach Berlin. Ich bin aufgeregt.
Mal ehrlich: Was ist ein Schlaf-Coaching eigentlich? Was macht der Mann mit mir? Hypnotisiert er mich? Betäubt er mich? Was? Macht? Er? Etwa zwei Stunden später stehe ich vor der Praxis, die ganz anders ist, als ich sie mir vorgestellt habe. Weit entfernt von meinen Befürchtungen im Zug. Die Praxis ist in einem schönen Altbau untergebracht, von außen weist ein diskretes Schild auf sie hin, alles wirkt seriös und gediegen. Ich suche gerade nach der Klingel, als ein Mann auf mich zukommt. „Sie haben jetzt einen Termin mit mir, richtig?“, sagt er. „Richtig“, sage ich und betrachte Schulz genauer: Er ist groß, glatzköpfig, spricht mit sanfter Stimme. „Dann kommen Sie mal rein“, sagt er und führt mich in seine Praxis. Ich laufe ihm hinterher und bin beeindruckt. Von Schulz, der so ruhig und selbstsicher wirkt. Und von seiner großen stilvoll eingerichteten Praxis.
Wir biegen in einen Raum: „Hier machen wir das Schlaf-Coaching.“ Ich blicke mich um: Der Raum ist weitläufig, weiß gestrichen – und bis auf zwei Stühle, einen Tisch, eine Liege und eine Lampe leer. „Setzen Sie sich“, sagt Schulz und deutet auf einen der Stühle. Und dann legen wir los. Oder besser: Ich lege los. Ich erzähle ohne Atempause, wie schlecht ich einschlafe, wie schlecht ich durchschlafe, wie schlecht ich generell schlafe. Schlaf-Coach Schulz nickt. Wie ich oft stundenlang im Bett herumliege und die Decke anstarre. Schlaf-Coach Schulz nickt. Wie ich mich darüber ärgere, dass ich nicht schlafen kann Schlaf-Coach Schulz nickt.
Dann hört er auf zu nicken und sagt: „Das klingt nach ganz normalen Schlafproblemen. Nichts Komplexes.“ Ich stutze innerlich. Reicht das etwa noch nicht, um als komplex eingestuft zu werden? Wir kommen zu den Dingen, die meine Nächte schöner machen sollen. Und meine Nächte werden vor allem schöner, wenn ich bessere *Voraussetzungen fürs Schlafen Also: mir eine passende Matratze nach einer fachlich guten Beratung besorge, für frische Luft im Schlafzimmer sorge, vielleicht einen Spaziergang am Abend mache und auf spätes Essen verzichte. Wenn diese besten Voraussetzungen vorhanden seien , dann werde es meistens schon viel einfacher mit dem Einschlafen. Danach könne ich noch eine ganz besondere Meditation machen sowie eine Atemübung, die beide sehr gut beim Einschlafen helfen würden. Rico Schulz zeigt mir wie das geht.
Das soll Wunder bewirken? „Das klingt alles recht einfach“, sagt der Schaf-Coach, als er meinen Gesichtsausdruck sieht. „Aber es wirkt tatsächlich. Probieren Sie es aus!“ Damit ist das Schlaf-Coaching bereits vorbei. „Mehr braucht es in Ihrem Fall nicht, das reicht“, sagt Schulz. Er drückt mir die Hand und begleitet mich aus dem Raum, den Flur entlang, vor die Tür seiner Praxis. Da stehe ich nun. Einige Fragen, ob ich beruflichen oder privaten Stress habe, eine lange Diskussion über Einschlafrituale und Atemübungen – das war´s schon? Das soll mir helfen? Ich bin etwas irritiert.
Am Abend mache ich mir Gedanken über diese profanen Lösungen. Das kann doch gar nicht klappen. Aber ausprobieren! Ich lege mich hin und mache die Atemübung, die Schulz mir empfohlen hat. Mehrmals. Zuerst komme ich mir doof vor. Dann merke ich: So schlecht ist die gar nicht. Sie macht mich irgendwie… ein bisschen… müde…, ich glaube…, ich mache… mal kurz die… Augen zu… Tatsächlich schlafe ich in dieser Nacht zum ersten mal seit Monaten gut ein und bis zum nächsten Morgen um zehn Uhr durch. Als ich irgendwann aufstehe, finde ich eine E-Mail vom Schlaf-Coach Schulz. „Und? Hat´s geklappt?“ Na ja, eine Nacht halt denke ich. Doch meine Skepsis muss ich bald aufgeben: Es wird die nächsten Wochen tatsächlich so weitergehen. Ich kann plötzlich schlafen! Abends, nachts, lange bis in den Morgen.
Quellenangabe: Sophie Lübbert: (ungekürzter Artikel) „Schlaflos in Hamburg“ aus LAVIVA Das Lifestyle-Frauenmagazin, April 2015, S.68/69